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Europäischer Indikator für Sprachenkompetenz

Der Europäische Sprachenindikator

Sprachenlernen ist ein wichtiger Teil der Bildungspolitik aller Mitgliedsstaaten der EU: Lange Zeit lagen jedoch über die Herangehensweise und die Ergebnisse des Sprachenlehrens keine europaweit vergleichbaren Ergebnisse vor. European Indicator of Language Competence (EILC) ist ein Projekt der Europäischen Kommission zur Erhebung der Fremdsprachenkenntnisse europäischer Jugendlicher mit dem Ziel, die besten Verfahren für das Erlernen von Sprachen zu ermitteln. So sollen Entscheidungsträger/innen, Lehrende und Lernende bei der Vermittlung und beim Erwerb von Fremdsprachen unterstützt werden. Seit 2012 liegen alle Berichte und Ergebnisse von der ersten SurveyLang-Umfrage vor und diese veranschaulichen sehr deutlich, dass das Barcelona Ziel 2002 „Muttersprache plus 2“ in Europa noch nicht ausreichend erfüllt wurde.

Mitwirkung des ÖSZ

Das ÖSZ nimmt als Vertreter Österreichs an den Tagungen der Advisory Group teil, sichtet die Dokumente und berichtet dem BMUKK, das eine Entscheidung über eine mögliche Teilnahme Österreichs an der zweiten SurveyLang-Umfrage fällen wird. Konkret unterstützte das ÖSZ in der ersten Durchführungsrunde bei der Gestaltung der SurveyLang-Umfrage, diskutierte im Adivsory Board die Ergebnisse mit den Vertreter/innen aus den Mitgliedstaaten und lieferte eine Einschätzung zur Entwicklung der benchmarks aus österreichischer Sicht. Auch in der zweiten Durchführungsrunde der SurveyLang-Umfrage wird das ÖSZ seine Rolle im Advisory Board wahrnehmen.

Ergebnisse des EILC

Die Ergebnisse des EILC werden durch aktuelle Zahlen der letzten Eurobarometer-Umfrage über die Sprachen der Europäerinnen und Europäer (Eurobarometer 2012) komplettiert. Eurobarometer zufolge sind demnach nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung der Europäischen Union in der Lage, eine Konversation in zumindest einer zusätzlichen Sprache zu ihrer Erstsprache zu führen (54%), nur ein Viertel (25%) spricht zumindest zwei zusätzliche Sprachen und nur 10% der Bevölkerung kann sich in zumindest drei Sprachen unterhalten.

Der Abschlussbericht zu den Ergebnissen des EILC hat gezeigt, dass nur 42% der getesteten Lernerinnen und Lerner ein Level von B1/B2 (independent user) in ihrer ersten Fremdsprache erreichen, in der getesteten zweiten lebenden Fremdsprache befinden sich bereits 58% auf einem Niveau von unter oder maximal A1, und nur mehr 25% auf einem Niveau von B1/B2. Derzeit wird das Projekt wissenschaftlich evaluiert, um die nächste Durchführungsrunde noch effizienter gestalten zu können.

Die EK schlägt einen benchmark vor, der sich auf ein duales Prinzip stützt. Dabei werden zwei Elemente miteinander verknüpft: Lernergebnisse in der 1. Fremdsprache und Anzahl der Schüler/innen, die eine 2. Fremdsprache lernen:

  • Bis 2020 sollen mind. 50% der 15jährigen das Niveau independent user in der 1. FS erreichen (derzeit nur 42%).
  • Bis 2020 sollen mind. 75% der Schüler/innen in lower secondary education mind. 2 FS lernen (derzeit nur 61%).

Der Europäische Sprachenindikator war in der Folge intensivsten Diskussionen unter den Mitgliedsstaaten ausgesetzt. Insbesondere die sehr unterschiedlichen nationalen Voraussetzungen für die (frühzeitige) Einführung einer 2. lebenden Fremdsprache und die Überschneidung mit nationalen standardisierten Sprachentestungen führten schulussendlich dazu, dass man sich nicht auf eine regelmäßige Sprachentestung in den Mitgliedsstaaten einigen konnte.Trotzdem hat der benchmark wichtige Erkenntnisse für das Sprachenlernen in Europa geliefert: Immer noch zu wenige Personen erreichen ein ausreichendes Niveau in einer Fremdsprache, zwei Fremdsprachen bereits ab der Sekundarstufe I zu lernen ist für viele eine Utopie. Es bleibt eine Menge zu tun - auch in Österreich !

Hintergrundinformation zur Untersuchung

Intention: Die Europäische Kommission beauftragte SurveyLang, eine Vereinigung von Testinstituten, mit der Entwicklung eines „Europäischen Indikators für Sprachenkompetenz“ um die Fortschritte in den sprachlichen Fertigkeiten in Hinblick auf die Barcelona Beschlüsse (2002) zu messen.
[vgl. Barcelona 2002 mit dem Ziel, Muttersprache plus 2 weitere FS so früh wie möglich zu unterrichten[2]].
SurveyLang setzte sich zusammen aus CIEP, Gallup Europe, Goethe Institut, Instituto Cervantes, National Institute for Educational Measurement, Cambridge ESOL (Leitung), Universität Salamanca, Universität Perugia.

An der ersten Umfrage nahmen 16 Mitgliedsländer (MS) mit ca. 53.000 Schüler/innen teil: Belgien (zählt 3x für deutsche, flämische und französische Regionen), Bulgarien, Kroatien, Großbritannien, Estland, Frankreich, Griechenland, Malta, Niederlande, Polen, Portugal, Slowenien, Spanien und Schweden. Österreich nahm an der ersten Untersuchung nicht teil, da über die BiSt-Testung Englisch die Sprachkompetenzen der angestrebten Zielgruppe in der ersten Fremdsprache ohnehin erhoben werden.

Erhoben wurden die Sprachkompetenzen von Schüler/innen im letzten Jahr der lower secondary education (ISCED2) oder im zweiten Jahr der upper secondary education (ISCED3).

Testinhalte und -bedingungen: Das durchschnittliche Alter der getesteten Schüler/innen betrug 14 or 15 Jahre. Getestet wurden die in der EU am häufigsten gelehrten Fremdsprachen (E, F, D, I und S) jeweils pro Schüler/in eine Sprache (entweder die erste oder zweite gelernte Fremdsprache). Nur in besonderen Fällen wurden dieselben Schüler/innen in beiden Sprachen getestet.

Als Testmodus wurden schriftliche Tests und Computertests eingesetzt; zusätzlich gab es auch noch Fragebögen für Lehrer/innen, Schüler/innen und Direktor/innen, um den jeweiligen Kontext des Sprachenlernens transparenter zu machen. Die Fragebögen für die Lehrer/innen und Direktor/innen waren online durchzuführen.

Testdauer: Die Schüler/innen hatten entweder 30 oder 45 Minuten Zeit, um einen Test zu machen. Hören und Lesen dauerte jeweils 30 Minuten. Low level und intermediate Schreibtests dauerten 30 Minuten; high level Schreibtests dauerten 45 Minuten.

Die Fragebögen zum Kontext dienten insbes. dazu, den Vergleich zwischen language policies und Lehrmethoden in den einzelnen MS zu erleichtern. Zusätzlich wurden systemweite Informationen durch National Research Coordinators eingeholt. Schüler/innenfragebögen dauerten 30 Minuten und umfassten auch eine GERS-Selbsteinschätzung.

Als Referenzrahmen für die Tests wurde der GERS und seine Niveaubeschreibungen (A1-B2) verwendet, um Vergleiche zwischen den MS möglich zu machen, Stärken und Schwächen in den sprachlichen Fertigkeiten hervorzuheben und um den Austausch guter Praxis zu erleichtern.

Kontakt: office@oesz.at